Archive for the ‘Overland’ Category

Flores die dritte!


2010
06.10

Jens bloggt:

Tadda! Da sind wir wieder :) Es folgen nun die letzten Tage unserer Tour mit Dino!

Als wir in Bajawa angekommen sind, haben wir uns erstmal im Edelweiß niedergelassen!

Kurz unsere Sachen ins Zimmer geworfen uns ein bisschen umgesehen und dann ging es kurze Zeit später los zur heißen Quelle. Davon haben wir leider keine Fotos, da es stockdunkel war und Kameras und Baden sich meistens schlecht verträgt. Deshalb muss meine Erinnerung hier genügen. Zu dieser heißen Quelle kommen auch die Einheimischen um sich nach Sonnenuntergang zu waschen. Mittags ist es nämlich viel zu heiß. Das Wasser ist über 30° C warm und es quillt zwischen den Steinen am Boden heraus. Und da die Quelle die ganze Zeit für neues Wasser sorgt, konnten wir uns ohne Probleme mit Shampoo und Duschgel waschen und ich muss euch sagen, es was das beste Bad meines Lebens. Die Quelle ist von Bäumen umgeben und am Himmel scheint der Mond. Und nach einer langen Autofahrt kann man sich garnichts besseres vorstellen. Es ließ sich auch erstaunlich gut schlafen ;)

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück und täglicher Ration Malariatabletten auf den Weg nach Bena Village, einem Dorf in dem noch ganz “ursprünglich” gelebt wird. Die Dorfgründer sind nach Männer und Frauen aufgeteilt und für jedes Gründungsmitglied gibt es gewisse Häuser auf dem Platz. Ob Mann oder Frau, das kann man an den Hütten erkennen. An manchen bewohnten Hütten am Rand kann man sehen, ob die von den Nachfahren einer Frau oder einen Mannes stammen. Ganz genau weiss man es aber erst, wenn man beim alljährlichen Dorffest mitfeiert und man sehen kann, welche Familie zu welchen haus gehört. Die Ochsen- und Schweineschädel am Haus geben an, wie viele Tiere zum Hausbau geopfert wurden. In Bena haben wir uns auch den einen oder anderen Ikat-Schal(Sarong) gekauft.

Die nächste Station war eine Arakbrennerei zwischen Bajawa und Ruteng. Naja Brennerei, stellt Euch nicht zu viel darunter vor. Am Straßenrand wir selbstgebrannter Arak verkauft. Nachdem so viele Menschen an schlechten Arak auf Bali gestorben sind, waren wir ein wenig vorsichtig. Aber nach Absprache mit Dino und vielen Erklärungen zur Produktion haben wir dann doch eine 1,5 l Flasche für 100.000 Rupia gekauft. Sagenhafte 8,50 Euro für 1,5 l Schnaps! Dino hat uns dann später in Labuanbajo leckere Cocktails daraus gemixt und wir haben keine bleibenden Schäden davon getragen. Bis jetzt zumindest nicht erkennbare ;)

Nach dem erfolgreichen Promillekauf ging es für uns zu unserer nächsten Station: Ruteng! Dort haben in einer Nonnenschule/kloster übernachtet. Es war das sauberste Zimmer und es hatte warmes Wasser. Die Betonung liegt auf hatte! Es hätte zumindest am nächsten Morgen auch heisses Wasser für die Herren gegeben, wenn Nathalie es bei Ihrer Dusche nicht allzu lange genossen hätte :D Wir hätten es auch gar nicht bemerkt, wenn Nathalie beim Frühstück nicht voller Freude den Raum mit folgenden Worten betreten hätte: “Voll cool! Heißes Wasser und Druck!” Unsere Gesichter hättet Ihr sehen müssen…

Am Abend zuvor hatten einige von uns ein kulinarisches Highlight. Es gab und bitte nicht allzu sehr verurteilen, Hund. Damit alle, die nun erschrocken, erbost oder in sonst einer Weise enttäuscht sind, etwas beruhigt werden: Hunde sind hier ganz anders als in Deutschland. Nicht unbedingt der beste Freund des Menschen :P Ich für meinen Teil musste es einfach mal probieren und hätte wohl auch nicht mehr so oft die Chance dazu gehabt. Die Zubereitung gefiel mir gar nicht. Das Fleisch war wegen der Zubereitungstechnik mit Knochensplittern vermengt und es war schlimmer als Greten beim Fisch. Zu dem gefiel mit die Soße auch nicht. Ich werde hier auf Bali wohl noch ein anderes Rezept ausprobieren.

Bevor wir uns weiter auf den Weg machten, haben wir uns noch mit Kaffee aus Flores eingedeckt und den mit Abstand besten Kakao meines Lebensgetrunken! Der wäre was fürs BadenBaden! Miguel, wir können den Kontakt herstellen ;)

Der Weg führte uns zu den Spiderweb Ricefields. Jede Familie besitzt Ihr eigenes Feld und beim Erbe wird das Feld wird unter den Kindern aufgeteilt. Somit entstehen immer feiner Spinnennetze. Der Platz in der Mitte bleibt immer frei, denn dort finden immer die Zeremonien statt.

Am Ende unsere flores-overland Reise sind wir in Labuan Bajo angekommen. Der größten Stadt im Westen Flores. Dort haben wird eine geile Party gehabt. Ein schöner Ausklang unserer Landreise! Es folgen ein paar visuelle Eindrücke. Der nächste Eintrag wird dann von Rinca, Komodo und unseren Seefahrtsabenteuern handeln :)

Dino, Paga Beach, Moni, Kelimutu


2010
05.27

Jens bloggt:

Heute haben Heiko, Jens, Maik und Isabell wieder den Rückweg nach Deutschland angetreten, Nathalie ist seit Montag in Australien und ich finde Zeit zu bloggen und merke, dass es jetzt doch schon ein wenig einsam ist. Deshalb stürze ich mich in die Zeit, als die meisten noch bei mir und wir in zusammen woanders waren. Nämlich auf Flores. Im letzten Eintrag waren wir noch in Maumere und hatten mit Valentino einen schönen Montag (09.05) verbracht und ich hatte Euch schon ein wenig von Dino erzählt. Jener Fahrer, der uns schon am Flughafen angesprochen hat und bei dem wir kurze Zeit später ein Tour durch Flore gebucht hatten. Zu Anfang sehr suspekt, aber zum Schluss alles andere!

Falls es Euch einmal nach Flores verschlagen sollte, schaut vorher mal auch www.flores-overland-online.com

Dino holte uns überpünktlich und das nicht nur für einen Indonesier, sondern auch für einen Deutschen, an unserem Hotel ab. Wir waren uns noch immer nicht ganz sicher, wie wir Ihn einschätzen sollten, da er uns am Vorabend auch zum Barbeque eingeladen hat, aber wir mangels Energie und unserer Unsicherheit abgesagt hatten. Wir sind ja auch schon um 5.30 wegen dem Sonnenaufgang aufgestanden und sind deshalb relativ früh ins Bett. Wir hätten lieber zu Dino gehen sollen… Naja, hinterher weiss man immer mehr. Bevor wir an unserem ersten Ziel angekommen sind, hielt uns schon eine Reifenpanne auf. Wir fragten Dino wie oft das passiert und wir hatten das Glück dieses eher seltene Erlebnis eines platten Reifens mitzubekommen. Zum Glück waren wir noch nicht weit gekommen und es ging sehr schnell. Von weiteren Pannen blieben wir dann während unserer Reise verschont. Während der Reparatur, bot uns die Familie am Strassenrand ein, sich uns zu Ihnen zu setzten. Man holte uns sogar extra einen weiteren Stuhl vom Nachbarn. Ich besserte ein wenig meine indonesisch Kenntnisse auf und wir lernten mehr über die Flora. Papayas, Mangos, Macademia Nüsse und viele weitere Bäume standen in unmittelbarer Nähe.

Unsere erste Station war Paga Beach. Ein sehr schöner Strand mit, wie sollte es auch anderes sein, türkisfarbenen Wasser und einem menschenleeren Strand! Dort haben wir erstmal leckeres indonesiches Essen mit Blick aufs Meer gehabt.

danach ging es weiter nach Moni. Dort haben wir uns in unser Hotel eingecheckt und mit Dino zu Abend gegessen. Die Zimmer waren ok, aber schlechter als das, was wir gewohnt waren :) Das Essen war wieder sehr gut und es gab mehr als wir essen konnten.

Da wir noch nicht recht wussten, wie wir Dino einschätzen sollten und er es wohl merkte, nahm er nach dem Essen Abschied und wir spielten ein paar Runden Karten. Da wir nicht sehr müde waren, blieben wir recht lange auf. Ziemlich blöd, wenn man am nächsten Morgen um 4 Uhr aufstehen muss :) Zu dem Zeitpunkt dachten wir auch noch, dass Dino uns nicht wirklich nett bzw sehr langweilig fand. Dazu später mehr.

Wie gesagt ging es um 4 Uhr los und wir mussten erst einmal ein Stunde auf den Berg fahren und danach noch den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen. Ein wenig anstrengend, aber es hat sich sehr gelohnt! Ich sollte vielleicht auch erwähnen, dass wir auch den Kilimutu gestiegen sind. Der Kelimutu hat 3 Kraterseen. Für die Einheimischen sind dort die Seelen der Toten. Ein See war ursprünglich weiss und ist jetzt schwarz. Dort sollen die Seelen der Hexenmeister sein. Wir haben den See leider nicht gesehen, da die ganze Zeit und wohl auch schon seit Tagen ein schwerer Dunst, ein Nebel über diesem Krater hing. Die beiden anderen Seen waren ursprünglich rot bzw. blau. Die beiden sind aber schon seit längerer Zeit dunkel türkis bzw. hell türkis. In dem blauen/hell türkisen See sind die Seelen der Jungfrauen und Kinder und in dem anderen die der Bösen. Die Seen sind alle säurehaltig und wechseln die Farben aus unbekanntem Grund. So war der Schwarze See vor ein paar Monaten einfach mal für 2 Wochen grün. Wir haben dort oben den Sonnenaufgang und die Seen beobachten. Es ist wirklich ein mystischer Ort. Wie gesagt, es hat sich gelohnt!

Nachdem wir ein wenig Schlaf nachgeholt haben, sind wir an einen Strand gefahren, an dem unermüdlich Vulkanische Steine angespült werden, die nass eine türkis und im trockenen zustand eher blau sind. Ich habe auch einen gefunden, der violett war und jetzt immer noch schwarz ist. Mal sehen, ob ich ihn wieder lila bekomme. Die Menschen sammeln die Steine und sortieren sie nach Farbe und Größe. Aus ihnen werden Mosaike und Fliesen gemacht.

Danach sind wir nach Endeh an der Südküste gefahren und haben kurz was gegessen und sind dann weiter nach Bajawa. Aber mehr von Bajawa beim nächsten Eintrag :)

PS: heute ist der erste Tag, an dem es ununterbrochen die ganze zeit regnet!