Archive for Juni, 2010

2 Tage auf See


2010
06.28

Jens bloggt:

So da sind wir wieder. Nach langer Zeit ohne Artikel, gibt es nun wieder etwas. Ich muss im Moment relativ viel für die Uni machen und Nathalie hilft mir, aber ein Eintrag ist schon zu lange her!

Nachdem wir unseren ersten Abend in Labuanbajo mit lecker Essen, viel Trinken und Tanzen zu Ende gebracht haben, ging es für uns am nächsten Morgen aufs Wasser. Wir hatten ein Boot für 2 Tage inclusive Captain, 2 Crewmitgliedern, die auch fürs Essen gesorgt haben und einer Übernachtung auf See :)

Unser erster Halt war Rinca/Rinja. Es ist eine kleine Insel zwischen Flores und Komodo. Rinca gehrt zum Komodo National Park und ist eine der Inseln auf der Mann Komodowarane antreffen kann. Rinca sah auf der ersten Blick irgendwie nach Steppe oder Tundra aus.

Auf den zweiten Blick immer noch. Man kann jetzt nur das Meer sehen und die Bucht in der unser Boot lag :)

Wir hatten viel Glück, denn direkt am Camp waren ca. 15-20 Komodowarane, die das Essen auf der Küche rochen.

Am Tag zuvor waren nur sehr wenige dort. Die Warane werden nicht gefüttert und kommen sonst nicht in Scharen zur Küche. Komodo Dragons, wie sie auch genannt werden, sind gefährliche Tiere, da man, nach dem man gebissen worden ist, an den Bakterien und an dem Gift stirbt. Also haben wir uns natürlich ganz rollkühn verhalten und gerne den Ranger in unsere Gruppe aufgenommen. Wir hätten auch keine andere Wahl gehabt :D Komodowarane auf Rinca essen unter anderem auch Büffel. Sie liegen die meiste Zeit regungslos herum, also die Warane nicht die Büffel ;) Beissen dann blitzschnell das vorbeilaufende Tier und warten dann nur noch bis es verendet. Sie können Aas auf ca. 5km riechen und sind bis zu 30 km/h schnell auf Ihren Stummelbeinen. Also weglaufen hilft nicht viel und wenn dann auch nur im Zickzack. Wenigstens das können sie nicht! Wir waren hellauf von den Komodowaranen begeistert. Also Wir, dass sind Jens, Heiko und ich. Nathalie hatte eine Heidenangst oder einen Heidenrespekt vor den “Viechern”. Frauen während der Menstruation ist auch angeraten, die Ranger darüber zu informieren. Denn wie schon erwähnt haben die Warane eine unglaubliche Zunge mit der sie noch unglaublicher riechen können! Wir haben eine kleine Wandertour über Rincas Hügel gemacht, aber konnten keine weiteren Bestien ausmachen. Aber ein ein schönes Motiv für eins unserer vielen Fotos :P

Die schon besagte Abneigung unseres weiblichen Forschungsmitglieds, führte leider nur zu 3 weiteren Motiven und nicht zu 4.

Nachdem wir wieder sicheren Bootsboden untern den Füßen hatten, ging aufs in nächste Abenteuer.

Diesmal unter Wasser! Gerüstet mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen haben wir die Tierwelt am Pink Beach erforscht. Pink Beach deshalb, weil die Korallen dort den Eindruck erwecken, der Strand sei pink/rosa. Hier ein paar Unterwassereindrücke.

Und dann kam einer dieser Momente die man immer wieder gerne erzählen wird!

So begab es sich nach einiger Zeit im Wasser, dass Jens H. sich ein wenig abseits der anderen aufhielt und ausser Hörweite von Nathalie war. Sie erreichte jedoch Heiko und Jens K. und erzählte Ihnen von zwei unglaublichen FISCHEN! Die beiden wollten gerne wissen wie sie denn aussähen und wo sie wären. Nathalies Erklärung war ca. folgende:

“Naja es ist wie ein Ball mit Rock und Einhörnern.” Jawohl, die Mehrzahl von Einhorn sind mehrere Einhörner!

Da die beiden Bälle in Ihren Röckchen und den vielen Einhörnern natürlich nicht gut schwimmen können, waren sie noch unmittelbar an der zuvor gesichteten Stellen. Die in Meeresbiologie äußerst geschulten Jungs identifizierten den Fisch/Ball. Es war kein Fisch als solcher, sondern ein Kopffüßer. Besser gesagt es waren zwei Kalmare/Calamari. Ein jeder doppelt so groß wie ein menschlicher Kopf. Da Jens H. jedoch erst später davon erfuhr, als die Bälle schon weg waren – wahrscheinlich einen Spiegel aufsuchen, um sich selbst mit der Beschreibung zu vergleichen – hat er sie nicht zu Gesicht bekommen. Zunächst!

Nathalie erzählte auch mir von den Bällen und dass es doch Calamari seien :) Da wir jetzt schon seit längerem im Wasser waren, schwamm Nathalie zurück zum Boot, wo der Captain sich erkundete, ob es denn auch interessante Sachen zu sehen gäbe. Nachdem Nathalie ihm voller Freude von den Calamaris erzählt hatte, bekam der Captain doch recht große Augen für einen Asiaten. Auf sein Fragen hin, bestätigte Nathalie ihm, dass sie noch wüsste wo sie die Kalmare gesehen hätte. Den Captain hatte die Jagdlust gepackt! Er erklärte, dass die Calamari sich eher von der Stömung treiben lassen und wohl noch irgendwo dort seien. Nach kurzer Absprache sind Heiko und ich mit einem Bambusstock bewaffneten Crewmitglied ins Wasser und haben die beiden Gejagten gesucht bzw. die beiden Gesuchten gejagt. Heiko und ich waren aber nur mit der üblichen Ausrüstung bewaffnet. Also garnicht.

Nach längerem Suchen fand ich die beiden Kalmare im Wasser schweben und rief Heiko herbei, der dann auch unseren Jäger mitbrachte. Der erste Stoß prallte am Panzer ab. Selbst ich habe nicht gewusst, dass die einen Panzer haben! Der Getroffene drehte sich ein bisschen benommen und schwomm ein wenig weiter. Der zweite Stoß saß und die erste Tintenfontäne stieß ins Wasser. Der Fang wurde aus dem Wasser gehoben und eine zweite Fontäne schoss ca. 3 Meter in die Luft! Heiko und ich haben uns die ganze Zeit wie zwei kleine Kinder gefreut. Es war aber auch aufregend! Ein einmaliges Erlebnis. Der Fang wurde aufs Boot gebracht und in dem Eimer änderte der Gefangene noch seine Farbe und fing an einigen Stellen rot zu leuchten an. Den zweiten haben wir nicht mehr bekommen.

Wegen einsetzendem Regen und untergehender Sonne blieben wir vor Anker und verbrachten unsere Nacht vor Pink Beach.

Am nächsten Tag gingen wir bei Komodo an Land. Komodo ist viel schöner als Rinca und hat auch wesentlich mehr Vegetation.

Wir haben zwar nicht so viele Warane gesehen wie auf der anderen Insel, aber dafür einen größeren! Der Ranger meinte es liege an der Nahrung, da die Warane auf Komodo wilde Pferde verspeisen. Woran es auch immer liegen mag, das Ding war zwischen 2,5 und 3 Metern lang.

Ein wagemutiges Foto zu viert!

Da Nathalie zwar weniger Angst, aber immer noch viel Respekt hatte, sieht man sie hier leider nur von hinten.

Das ist auch sicherer. Nicht dass wir später mal so aussehen und nur Knochen, Haare und Zähne von uns übrig bleiben, wie von diesem Opfer hier.

Nach wir dann noch ein paar schöne Augenblicke auf Angel Island hatten waren wir dann am Abend wieder zurück in Labuanbajo und es folge ein legendärer Abend! LEGEN – wait for it – DARY! Ort des Geschehens war wieder der Paradise Club, der seinen Namens zurecht trägt.

Um es kurz zu fassen: Es war bisher einer der besten Abende unseres Lebens. Da wir schon ein paar der Locals von dem Abend zuvor kanten und auch noch einige bekannte deutsche Studenten hinzustießen fehlte es uns nicht an guter Partylaune. Dino sorgte wieder für ein ordentliches Mal und da wir mit Bier schon um 18/19 Uhr anfingen und es dann auch mit unserem Arak weiterging, ging uns die Puste auch rechtzeitig aus, um am nächsten Tag noch einigermaßen gut aus dem Bett zu fallen.

Apropos nächster Morgen. Da stand ja unsere 24 stündige Reise per Fähre und Bus über Sumbawe bis nach Lombok an. Nie wieder, aber dazu mehr im nächsten Blogeintrag ;)

Jalan-Jalan…


2010
06.15

Nathalie bloggt:

Jalan-Jalan heißt so in etwa spazieren gehen; gemeint ist ein toller Ausflug in den Norden von Bali. Um 8 Uhr morgens wurde ich in unserer Villa von Ketut, unserem Tour-Guide des Vertrauens, abgeholt. Zusammen mit Xenia, Sascha und Ramona konnte die Reise dann losgehen. Nach einer ca. 2 -stündigen Fahrt war unser erster Stop der Git-Git Wasserfall, auch Zwillingswasserfall genannt. Warum seht ihr hier:

Nachdem wir uns durch einen indonesischen Klassenausflug gekämpft hatten, bekamen wir auch schon die ersten Wassertropfen ab. Schnell die Klamotten aus und ab unter den Wasserfall, na ja nicht ganz drunter, sonst würde es mich jetzt wahrscheinlich nicht mehr am Stück geben, da das Wasser mit einer unglaublichen Kraft herunterfällt. Spaß hatten wir dafür hoch zehn :-D

Dieser eiskalten Dusche folgte die Besichtigung eines sehr schönen Tempels, dem Pura Ulun Danu, direkt am Bratan-See. ich weiss, das sagt euch jetzt wahrscheinlich nicht wirklich viel, aber vielleicht kommt ihr ja irgendwann auch mal nach Bali und dann wisst ihr wovon ich spreche;-) Nachdem die nun folgenden obligatorischen Touri-Fotos geschossen wurden, Voilá,

Pura Ulun Danu

ging es zum Lunch in ein Restaurant, welches eine fantastische Aussicht auf die umliegenden Reisfelder bot.

Weiter ging es dann mit Ketut über Serpentinenstraßen zu den berühmten Reisterassen von Jatiluwih. Diese Reisfelder sind so aussergewöhnlich, dass sogar momentan geplant wird, sie als Weltkulturerbe schützen zu lassen.  Macht euch anhand der Bilder einfach selbst einen kleinen Eindruck:

Leider lassen sich die unglaubliche Weiten dieser Reisterassen gar nicht auf Bildern einfangen, aber es ist einfach spektakulär. Weiter ging’s für unsere kleine Reisegruppe auf eine kleine organische Farm, auf der auch der Luwak Kaffee produziert wird.

Luwak Kaffee ist der teuerste Kaffee der Welt und wird nur auf Bali produziert, wobei produziert eigentlich nicht ganz treffend ist. Der Kaffee entsteht nämlich dadurch, dass ein Fleckenmusang, eine Schleichkatzenart, weshalb der Kaffe auch Katzenkaffee genannt wird, die Kaffekirschen isst und sich diese Kaffeekirschen in seinem Verdauungstrakt einer Fermentation durch Enzyme ausgesetzt, welche die Geschmackseigenschaften ändert: angeblich entsteht ein dunkles und volles, aber auch etwas muffiges Aroma (siehe auch: wikipedia.de ;-D). Hört sich fies an, oder? Soll aber angeblich ganz toll schmecken. Ich habe ihn dennoch nicht probiert, da man für einen Schluck Kaffee 20.000 IDR zahlen sollte. Aber wer wissen will, wie er schmeckt, fragt m Besten Jens:-). Er hat nämlich die gleiche Farm eine Woche vorher schon besucht und diesen Kaffe dann dort probiert. Uns wurde dort noch der Kaffeeröstungsprozess und die Entstehung von Schokolade gezeigt

und anschließend wurden wir zu einer kleinen Kaffee- und Tee-Verkostung eingeladen…dies natürlich nicht ohne Grund, denn direkt nebenan im Shop konnte man die herrlichen Köstlichkeiten auch gleich erstehen.

Glücklich und mit vollen Tüten strebten wir dann unser letztes Ziel an: Tanah Lot. Auf dem weg dorthin durchquerten wir einige Straßen, die mit unzähligen Flaggen jedes WM-Teilnehemrlandes geschmückt waren. Zusammen mit den Überbleibseln der balinesischen Festtagsdekoration ergaben die Flaggen ein unglaublich schönes, multikulturelles Straßenbild.

Der Pura Tanah Lot wird auch Meerestempel genannt, aufgrund seiner einmaligen Lage. Wir erlebten einen Wahnsinns-Sonnenuntergang mit phänomenalen Blick auf den Tempel. Leider waren wir nicht die einzigen, die diese tolle Aussicht genießen konnten und so wurde der Besuch dieses Tempels ein wenig durch die Touristenmassen getrübt.

Alles in allem war es aber eine wunderschöne Reise in den Norden von Bali, den ich bis dato noch gar nicht kennengelernt habe und es wird hoffentlich nicht die letzte gewesen sein, jetzt da ich noch ein paar Wochen auf dieser schönen Insel verbringen kann:-D

P.S. Ich trag ab jetzt auch Brille 8-D

Flores die dritte!


2010
06.10

Jens bloggt:

Tadda! Da sind wir wieder :) Es folgen nun die letzten Tage unserer Tour mit Dino!

Als wir in Bajawa angekommen sind, haben wir uns erstmal im Edelweiß niedergelassen!

Kurz unsere Sachen ins Zimmer geworfen uns ein bisschen umgesehen und dann ging es kurze Zeit später los zur heißen Quelle. Davon haben wir leider keine Fotos, da es stockdunkel war und Kameras und Baden sich meistens schlecht verträgt. Deshalb muss meine Erinnerung hier genügen. Zu dieser heißen Quelle kommen auch die Einheimischen um sich nach Sonnenuntergang zu waschen. Mittags ist es nämlich viel zu heiß. Das Wasser ist über 30° C warm und es quillt zwischen den Steinen am Boden heraus. Und da die Quelle die ganze Zeit für neues Wasser sorgt, konnten wir uns ohne Probleme mit Shampoo und Duschgel waschen und ich muss euch sagen, es was das beste Bad meines Lebens. Die Quelle ist von Bäumen umgeben und am Himmel scheint der Mond. Und nach einer langen Autofahrt kann man sich garnichts besseres vorstellen. Es ließ sich auch erstaunlich gut schlafen ;)

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück und täglicher Ration Malariatabletten auf den Weg nach Bena Village, einem Dorf in dem noch ganz “ursprünglich” gelebt wird. Die Dorfgründer sind nach Männer und Frauen aufgeteilt und für jedes Gründungsmitglied gibt es gewisse Häuser auf dem Platz. Ob Mann oder Frau, das kann man an den Hütten erkennen. An manchen bewohnten Hütten am Rand kann man sehen, ob die von den Nachfahren einer Frau oder einen Mannes stammen. Ganz genau weiss man es aber erst, wenn man beim alljährlichen Dorffest mitfeiert und man sehen kann, welche Familie zu welchen haus gehört. Die Ochsen- und Schweineschädel am Haus geben an, wie viele Tiere zum Hausbau geopfert wurden. In Bena haben wir uns auch den einen oder anderen Ikat-Schal(Sarong) gekauft.

Die nächste Station war eine Arakbrennerei zwischen Bajawa und Ruteng. Naja Brennerei, stellt Euch nicht zu viel darunter vor. Am Straßenrand wir selbstgebrannter Arak verkauft. Nachdem so viele Menschen an schlechten Arak auf Bali gestorben sind, waren wir ein wenig vorsichtig. Aber nach Absprache mit Dino und vielen Erklärungen zur Produktion haben wir dann doch eine 1,5 l Flasche für 100.000 Rupia gekauft. Sagenhafte 8,50 Euro für 1,5 l Schnaps! Dino hat uns dann später in Labuanbajo leckere Cocktails daraus gemixt und wir haben keine bleibenden Schäden davon getragen. Bis jetzt zumindest nicht erkennbare ;)

Nach dem erfolgreichen Promillekauf ging es für uns zu unserer nächsten Station: Ruteng! Dort haben in einer Nonnenschule/kloster übernachtet. Es war das sauberste Zimmer und es hatte warmes Wasser. Die Betonung liegt auf hatte! Es hätte zumindest am nächsten Morgen auch heisses Wasser für die Herren gegeben, wenn Nathalie es bei Ihrer Dusche nicht allzu lange genossen hätte :D Wir hätten es auch gar nicht bemerkt, wenn Nathalie beim Frühstück nicht voller Freude den Raum mit folgenden Worten betreten hätte: “Voll cool! Heißes Wasser und Druck!” Unsere Gesichter hättet Ihr sehen müssen…

Am Abend zuvor hatten einige von uns ein kulinarisches Highlight. Es gab und bitte nicht allzu sehr verurteilen, Hund. Damit alle, die nun erschrocken, erbost oder in sonst einer Weise enttäuscht sind, etwas beruhigt werden: Hunde sind hier ganz anders als in Deutschland. Nicht unbedingt der beste Freund des Menschen :P Ich für meinen Teil musste es einfach mal probieren und hätte wohl auch nicht mehr so oft die Chance dazu gehabt. Die Zubereitung gefiel mir gar nicht. Das Fleisch war wegen der Zubereitungstechnik mit Knochensplittern vermengt und es war schlimmer als Greten beim Fisch. Zu dem gefiel mit die Soße auch nicht. Ich werde hier auf Bali wohl noch ein anderes Rezept ausprobieren.

Bevor wir uns weiter auf den Weg machten, haben wir uns noch mit Kaffee aus Flores eingedeckt und den mit Abstand besten Kakao meines Lebensgetrunken! Der wäre was fürs BadenBaden! Miguel, wir können den Kontakt herstellen ;)

Der Weg führte uns zu den Spiderweb Ricefields. Jede Familie besitzt Ihr eigenes Feld und beim Erbe wird das Feld wird unter den Kindern aufgeteilt. Somit entstehen immer feiner Spinnennetze. Der Platz in der Mitte bleibt immer frei, denn dort finden immer die Zeremonien statt.

Am Ende unsere flores-overland Reise sind wir in Labuan Bajo angekommen. Der größten Stadt im Westen Flores. Dort haben wird eine geile Party gehabt. Ein schöner Ausklang unserer Landreise! Es folgen ein paar visuelle Eindrücke. Der nächste Eintrag wird dann von Rinca, Komodo und unseren Seefahrtsabenteuern handeln :)

Nachholbedarf…


2010
06.05

Nathalie bloggt:

Ich bin ja ne ganz  tolle Blogschreiberin:-D Ganze drei Artikel habe ich in 5 Wochen fertig gestellt…Glanzleistung:-D Aber ich verspreche Euch, ich werde alles Versäumte nachholen, damit euch die Bettlektüre in den nächsten Wochen nicht ausgeht…

Fangen wir mit meinem Geburtstagswochenende an: Am Freitag dem 30.04. sind wir gaaaaaaaaaanz früh aufgestanden, um mit dem Boot auf die kleine Insel Nusa Lembongan zu fahren. Belohnt wurden wir allerdings mit einem grandiosen Sonnenaufgang.

Bei unserem Boot handelte es sich um ein Transportschiff für Lebensmittel, welches für 5 EUR auch Touristen und Locals mitnimmt. Wir haben uns natürlich gleich oben auf das Deck gesetzt, um sowohl die Aussicht, als auch die Sonne zu geniessen. Wir das sind Jens, Kathi, Arthur, Steffi, Thorsten, Elena und ich. Arthur, Steffi und Thorsten sind Mitstudenten von Jens und Elena eine Freundin von Steffi, die hier ihren Urlaub verbracht hat.

An Deck

Die Bootsfahrt fing harmlos an, doch der Wellengang wurde immer stärker, so stark, dass im unteren Teil des Bootes die Seiten geschlossen wurden, damit das Wasser nicht reinschwappt. Wir hatten oben auf dem Boot sehr viel Spaß und Jens ließ der Wellengang ins Land der Träume gleiten:-D

Am Hafen angekommen wurden wir von einem Pick-up Transporter abgeholt und über holprige Straßen in unser Hotel gebracht. Auf Nusa Lembongan bestehen die Straßen halb und halb aus Schotter und Betonstücken…ein Traum zum Rollerfahren;-)

Unser Hotel, das Wahyu war ein kleines süßes Hotel mit Pool und Restaurantterasse. Nachdem wir unsere Sachen in unseren Zimmern verstaut haben, haben wir uns erstmal ein ausgezeichnetes Frühstück gegönnt.

Gestärkt und gut gelaunt haben wir uns Roller ausgeliehen, um mit ihnen die Insel zu erkunden. Unser erstes Ziel war der Dreambeach. Dieser Strand hält absolut was sein Name verspricht. Gelegen in einer Bucht bietet er mit seinem türkisen Wasser einen wunderschönen Anblick und mit seinen großen Wellen jede Menge Spaß!

Weiter ging’s zur Devil’s Tear, einer Bucht, die Thorsten mit seinem Roller entdeckt hatte. Diese Bucht ist ganz besonders, da sie jede Welle, die in sie hineingespült wird mit einer riesigen Fontäne zurück ins Meer stößt. Jedoch sind die Wassertropfen so fein, dass sich mit jeder zurückgestoßenen Welle über der Bucht ein Regenbogen bildet. Wahnsinnig schön!

Bei der weiteren Rollerfahrt stießen wir auf Captain Good (kein Scherz, der hieß wirklich so), der Schnorcheln und Mangroventouren anbat. Nachdem wir ihm Sprit für unsere Roller abgekauft haben, buchten wir zudem auch eine Tour zum Schnorcheln für den nächsten Tag, meinen Geburtstag.

Schnorchelschiff

Langsam wurde es dunkel auf der Insel und bei der weiteren Erkundung entdeckten wir eine ziemlich wacklige Brücke, die wir aber natürlich mit unseren Rollern hinübergesaust sind, wobei das laute Knacken der Brücke und die fehlenden Holzplanken für ein wenig Herzklopfen sorgten. Aber diese Fahrt im Sonnenuntergang war wirklich toll. Den restlichen Sonnenuntergang haben wir dann am Sunsetbeach genossen.

Zurück im Hotel haben wir uns erstmal in den Pool gechillt und dann dort noch zu Abend gegessen. Lustig war, dass der Küche ziemlich viele Zutaten für unser essen fehlte und immer wieder einer von der Küchencrew verschwand um bei den benachbarten Hotels und Häusern, die Lebensmittel zusammen zu sammeln. Aber im Endeffekt haben wir wirklich auch alles bekommen was wir bestellt haben.

Meinen Geburtstag habe ich glaube ich zum ersten Mal in den letzten 20 Jahren verschlafen, da wir echt alle um zehn schon ziemlich in den Seilen hingen. Aber was wird das hier auch immer schon um halb sechs dunkel?:-D Kein Wunder dass man um zehn Uhr denkt es wäre mitten in der Nacht oder bin ich etwa wirklich alt geworden?:-P

Nachdem ich alte Frau nun meinen erholsamen Schlaf hinter mir hatte wurde ich von Jens erstmal mit einem total tollen Geburtstagsfrühstück überrascht.  Es gab Käse-Tomaten-Omelette, Joghurt, Früchte, einen unschlagbaren Lemon Juice und Blumen. Danke Mr Pepper für diese schöne Überraschung:*

Nach dem Frühstück ging es direkt wieder zum Dreambeach, wo wir dieses Mal auch zahlreiche Kommilitonen von Jens trafen. Um 12 Uhr sollten wir in unserem Hotel zum Schnorcheln abgeholt werden, Captain Good ließ sich jedoch nicht blicken. Die Locals halfen uns dann seine Telefonnummer ausfindig zu machen, so dass er wenig später mit einem (!) Roller vor unserer Tür stand um uns sieben (!) Leutchen abzuholen. Wie das funktioniert fragt ihr euch? Nun ja, wenn man zu Dritt ohne Helm über halbgeteerte Straßen auf einem Roller fährt kann das schon ganz gut funktionieren, jedoch stellen rechts fahrende Europäer auf Fahrrädern eine erhebliche Gefahr da und so geschah es dass ich mit Jens und meinem Captain auf dem Roller in den polnischen Fahrradfahrer fuhr. Uns ist zum Glück nichts passiert, aber unser polnischer Freund blutete auf jedem einzelnen Zeh, entschuldigte sich jedoch zugleich, da das Fahren auf der rechten Seite in Indonesien  ja eher doch eine schwierige Angelegenheit darstellt.

In Captain Goods Hütte angekommen verlor ich mein Herz an Kade, einem neunjährigen unglaublich süßem Mädchen. Sie bewunderte die Frühstücksblumen in meinem Haar und bezeichnete sie als “Chantik”, was wunderschön bedeutet. Ich gab Kade meine Blüten und befestigte sie in ihrem Haar, worüber sie sich unheimlich freute. Sie brachte mir noch ein paar Wörter auf indonesisch bei und ich ihr deutsche.  Die Kinder hier sind wirklich unheimlich süss. Nicht nur, dass sie meistens sehr hübsch sind, sie freuen sich auch so sehr über Kleinigkeiten, dass man sich einfach nur mitfreuen kann:-D

Das Schnorcheln war wirklich sehr schön. Ich war zum ersten Mal schnorcheln und habe glaube ich jeden einzelnen Fisch aus “Findet Nemo” in Natura gesehen. Der Captain ließ uns an zwei verschiedenen Stellen schnorcheln und Jens und Thorsten konnten gar nicht genug kriegen.

Abends wollten wir dann wieder zurück nach Bali, doch die öffentlichen Boote fahren jeweils nur einmal am Tag und zwar morgens. Wir konnten jedoch zwei Locals überreden uns zu einem etwas erhöhten Preis  mit ihrem Transportschiff nach Bali zu fahren. Das heißt, wir hatten zu siebt unser eigenes Boot, welches uns mit einem traumhaften Sonnenaufgang nach Bali fuhr.

Zurück in Bali haben wir dann Heiko und Jens am Flughafen abgeholt und sind mit ihnen direkt zur nächsten Hausparty bei Jens Komilitonen gestartet. Einen schöneren Abschluss hätte es für meinen Geburtstag nicht geben können.

Danke an alle, die diesen Tag zu etwas ganz Besonderem für mich gemacht haben!